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Rebuilding Grasp — Funktionelles Jonglieren und Handrehabilitation in Florenz, Italien

SELF APS
Tageszentrum für Menschen mit Behinderungen – Trezzo sull'Adda, Italien
Verfasst von Lapo Botteri
Durchgeführt von Circo Tascabile im C.T.E.-Zentrum in Cinque Vie, Florenz


Zielgruppe

Dieses Projekt konzentrierte sich auf Erwachsene mit schweren motorischen Behinderungen, insbesondere auf Personen mit eingeschränkter Greiffähigkeit der Hände. Die Teilnehmer – sechs Bewohner des C.T.E.-Zentrums in Cinque Vie, Florenz – waren alle Rollstuhlfahrer und wiesen jeweils komplexe körperliche Herausforderungen auf, behielten aber eine mittlere bis hohe kognitive Funktion bei. Die Initiative wurde in enger Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten der Einrichtung entwickelt, mit dem Ziel, Rehabilitationsbemühungen durch spielerische, neugiergetriebene Aktivitäten zu unterstützen, die die neuro-motorische Anpassung fördern.


Ausgangssituation

Mein Name ist Lapo Botteri, und ich habe einen Abschluss in Sportpädagogik mit zusätzlicher Zertifizierung als Sportlehrer. Ich kam 2016 durch einen Workshop mit Craig Quat zum ersten Mal mit Funktionellem Jonglieren in Berührung. Diese Erfahrung veränderte meinen beruflichen Werdegang. Innerhalb weniger Wochen sprach ich ein lokales Therapiezentrum an und begann, die Methodik in meine Praxis zu integrieren. Seitdem arbeite ich bei derselben Organisation, biete nun 13 Stunden pro Woche an und entwickle langfristige, individuelle Programme.

Das C.T.E.-Zentrum betreut Menschen mit komplexen Mobilitätseinschränkungen, von denen viele zusätzliche Herausforderungen wie Spastik, eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder Koordinationsstörungen haben. Während sich die Physiotherapeuten auf die biomechanische Rehabilitation konzentrieren, bestand meine Rolle – durch Funktionelles Jonglieren – darin, die neuromotorische Programmierung an der Schnittstelle von Spiel, Präzision und Bewegungskompetenz zu fördern.

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Ziele

Jeder Teilnehmer hatte einen persönlichen Satz von Zielen, der in Zusammenarbeit mit dem Personal des Zentrums definiert wurde. Das Hauptziel war die Unterstützung der Rehabilitation der oberen Extremitäten durch sensorisch-motorische Erkundung. Sekundäre Ziele waren:

  • Verbesserung der Griffkraft und manuellen Geschicklichkeit
  • Förderung der beidhändigen Koordination
  • Steigerung der Aufmerksamkeitsspanne und des kognitiv-emotionalen Engagements

Rahmenbedingungen und Werkzeuge

Arbeitsbereich
Die Sitzungen fanden im kleinen Gymnastikraum des Zentrums statt, einem ruhigen, anpassungsfähigen Raum, der sich gut für sensorisch fokussierte Aktivitäten eignete. Jeder Teilnehmer nahm einmal pro Woche von Oktober bis Mai an einer 15-minütigen Einzelstunde teil.

Arbeitsmaterialien
Die Materialien wurden entsprechend den Fähigkeiten und Zielen jedes Teilnehmers ausgewählt. Dazu gehörten:

  • Juggle Board
  • Jonglierringe
  • Stressbälle
  • Fingerpuppen
  • Regenstäbe
  • Tier-Quietschspielzeuge
  • Flashcups
  • Haushaltsgegenstände (Besteck, Bürsten, Flaschen)
  • Sensorische Hilfsmittel, die auf spezifische Griffarten zugeschnitten waren

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Ablauf

Das Programm erstreckte sich über acht Monate wöchentlich. Jede Sitzung folgte einem strukturierten Ablauf, wobei der Inhalt an die individuellen physischen und emotionalen Bedürfnisse angepasst wurde.

Vorbereitungsphase
Wir begannen mit verbalen Check-ins und taktiler Aktivierung. Fragen wie „Wie geht es Ihnen heute?“ wurden mit sanften Hand- und Armmassagen kombiniert, um das Körperbewusstsein zu erhöhen und Verspannungen zu lösen.

Analysephase
Wir erkundeten feinmotorische Fähigkeiten und gezielte Bewegungsmuster wie Fingerisolation, Handgelenksrotation und bilaterale Integration. Ziel war es, die Präzision und Selbstwahrnehmung der Bewegung zu verfeinern.

Globale Phase
Verfeinerte Elemente wurden zu integrierten Aufgaben zusammengefügt, wie z. B. die Kontrolle der Ballbewegung auf dem Juggle Board oder das rhythmische Austauschen von Jonglierringen. Diese Aufgaben betonten den funktionalen Fluss, die Koordination und das Bewusstseins für Bewegung.


Organisatorischer Prozess

Zwei interdisziplinäre Teams lieferten während des gesamten Programms wichtige Impulse:

Pädagogen
Sie lieferten Hintergrundinformationen über das tägliche Verhalten, das emotionale Profil und die Lernpräferenzen jedes Teilnehmers und halfen so, das Tempo und den Ton der Sitzungen anzupassen.

Physiotherapeuten
Sie stellten die technische Sicherheit sicher und berieten zu Haltung, muskulären Einschränkungen und sicheren Bewegungsumfängen. Ihre Anleitung ermöglichte kreative Erkundungen innerhalb eines sicheren biomechanischen Rahmens.

Obwohl wir keine größeren Hindernisse feststellten, beobachteten wir unerwartet hohe Beteiligungs- und Verbesserungsgrade, die die anfänglichen Erwartungen übertrafen.

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Ergebnisse

Obwohl keine formellen Metriken verwendet wurden, wurde Feedback vom gesamten Team gesammelt:

Physiotherapeuten
Berichteten über keine messbaren biomechanischen Veränderungen, erkannten jedoch an, dass die Arbeit ihre Sitzungen sinnvoll ergänzte.

Pädagogen
Beobachteten bemerkenswerte Verbesserungen in Bezug auf Aufmerksamkeit, Verhaltensregulation und Handkoordination. Die Teilnehmer begannen, beide Hände natürlicher zu benutzen und zeigten Fortschritte im Umgang mit Werkzeugen wie Stiften, Tassen und Utensilien.

Musiktherapeutin
Sah eine verbesserte Kontrolle und Intention bei der Benutzung von Musikinstrumenten durch die Teilnehmer, insbesondere beim Anschlagen von Schlägeln auf Xylophonen.

Logopädin
Notierte eine verbesserte Konzentration und eine größere Leichtigkeit im Umgang mit manuellen Kommunikationsgeräten.


Schlussfolgerungen und Reflexionen

Zwei zentrale Fragen ergaben sich:

Erstens: Warum beobachteten die Physiotherapeuten weniger Veränderungen als andere Teammitglieder? Ihre klinische Perspektive ist entscheidend, aber sie übersieht möglicherweise die subtilen funktionellen Gewinne, die durch verkörpertes Spiel erzielt werden.

Zweitens: Wie können wir diese Art von Veränderungen besser dokumentieren? In zukünftigen Projekten hoffen wir, Baseline-Bewertungen und Vergleiche nach den Sitzungen zu implementieren, unter Verwendung von Werkzeugen wie Videoanalyse oder Bewegungssensoren, um die Ergebnisse klarer zu verfolgen.

Funktionelles Jonglieren mag keine sofortigen Ergebnisse liefern. Aber es schafft Raum für kleine Wunder – wie das Halten eines Löffels, das Greifen eines Bleistifts oder das Anschlagen eines Schlägels mit erneuertem Sinn und Freude.